Den richtigen Tierarzt für Ihr Exoten-Haustier finden
Warum exotische Haustiere einen Spezialisten brauchen und wie Sie den richtigen Tierarzt finden.
Weiterlesen21 September 2026
Wenn Sie einen Rassehund oder eine Rassekatze besitzen, haben Sie den Begriff der Erbkrankheiten mit großer Wahrscheinlichkeit schon einmal gehört. Hüftdysplasie bei Labradoren, schwere Herzerkrankungen bei Cavalier King Charles Spanielen oder akute Atemnot bei Französischen Bulldoggen sind weithin bekannte Beispiele. Diese gesundheitlichen Probleme sind fest in der Genetik bestimmter Rassen verankert. Sie gehören zu den häufigsten und leider auch teuersten Diagnosen, die Tierärzte in Österreich täglich in ihren Praxen und Kliniken stellen.
Eine der häufigsten Fragen von österreichischen Tierhaltern lautet daher vollkommen zu Recht: Deckt eine Tierkrankenversicherung diese erblich bedingten Krankheiten eigentlich verlässlich ab?
Die kurze Antwort darauf lautet: Ja. Sehr viele leistungsstarke Tierversicherungen auf dem österreichischen Markt übernehmen die enormen Kosten für Erbkrankheiten. Es gibt bei dieser Zusage jedoch ein entscheidendes Detail, das Sie als verantwortungsvoller Tierbesitzer unbedingt verstehen müssen. Letztlich hängt der gesamte Versicherungsschutz vom richtigen Zeitpunkt ab. In diesem detaillierten Leitfaden erfahren Sie genau, worauf es ankommt, wie österreichische Versicherer Erbkrankheiten bewerten und wie Sie Ihren treuen Begleiter optimal absichern.
Erbkrankheiten sind spezifische gesundheitliche Probleme, die durch die Gene eines Tieres von Generation zu Generation weitergegeben werden. Sie entstehen nicht durch einen plötzlichen Unfall beim Spaziergang, eine fehlerhafte Ernährung im Welpenalter oder eine akute virale Infektion. Diese Krankheiten sind quasi fest im genetischen Bauplan der jeweiligen Rasse integriert. Einige dieser Erkrankungen sind bereits direkt bei der Geburt vorhanden, während andere erst im fortgeschrittenen Alter des Tieres sichtbar ausbrechen.
Sie unterscheiden sich grundlegend von rein angeborenen Krankheiten. Angeborene Beschwerden sind zwar ebenfalls bei der Geburt präsent, haben aber nicht zwingend einen rein genetischen Ursprung. Sie können auch durch äußere Einflüsse im Mutterleib entstehen. In der tiermedizinischen Praxis und bei den Beschreibungen der Versicherungen werden diese Begriffe jedoch oft synonym verwendet, da die Auswirkungen auf das Tier und Ihre Geldbörse ähnlich sind.
Erbkrankheiten treten besonders häufig bei reinrassigen Tieren auf. Die gezielte Zucht über viele Generationen hinweg hat bestimmte optische Merkmale extrem gefördert, aber gleichzeitig auch genetische Schwachstellen stark konzentriert. Auch Mischlingshunde oder Hauskatzen sind nicht völlig immun gegen diese genetischen Krankheiten. Sie gelten jedoch im Allgemeinen als deutlich weniger anfällig für sehr spezifische, rassebedingte Gesundheitsprobleme, da ihr Genpool wesentlich größer und durchmischter ist.
Die allermeisten hochwertigen Tierkrankenversicherungen in Österreich decken Erbkrankheiten mittlerweile ab. Die absolute Grundvoraussetzung dafür ist jedoch, dass diese spezielle Erkrankung bei Abschluss der Police nicht als sogenannte Vorerkrankung galt.
Dies ist die wichtigste Unterscheidung, die Sie im gesamten Versicherungsbereich kennen müssen. Es geht den Versicherern bei der Leistungsprüfung nicht primär darum, ob eine Krankheit erblich bedingt ist oder nicht. Die alles entscheidende Frage lautet stattdessen: Hat Ihr Tier bereits vor dem offiziellen Beginn des Versicherungsschutzes erste Symptome gezeigt, oder gibt es schon eine eindeutige tierärztliche Diagnose?
Entwickelt Ihr Haustier eine typische Erbkrankheit nach dem Vertragsbeginn und nach Ablauf der vertraglichen Wartezeit, behandelt die Versicherung sie wie jede andere abgedeckte Krankheit. Der Prozess der Schadensmeldung ist für Sie völlig identisch. Bei einer soliden Vollversicherung mit lebenslangem Schutz bleiben die Kosten für diese Krankheit bis an das Lebensende Ihres Tieres gedeckt, solange Sie den Vertrag aufrechterhalten und Ihre Prämien pünktlich zahlen.
Eine Vorerkrankung ist jede Krankheit, körperliche Verletzung oder gesundheitliche Auffälligkeit, für die Ihr Tier bereits vor Vertragsbeginn sichtbare Symptome gezeigt hat. Dies gilt auch für erste Anzeichen, die während der anfänglichen Wartezeit auftreten. Diese Wartezeit kann je nach Anbieter variieren.
Dieser Punkt ist für Sie von enormer finanzieller Bedeutung. Angenommen, Ihr junger Golden Retriever war sechs Monate vor dem Abschluss der Versicherung wegen eines leichten Humpelns beim Tierarzt. Wird später eine schwere Hüftdysplasie diagnostiziert, wertet die Versicherung dieses frühere Humpeln eventuell als allererstes Symptom der Vorerkrankung. Die anstehenden Operationskosten übernimmt die Versicherung in diesem Fall nicht. Das gilt selbst dann, wenn das Wort „Hüftdysplasie“ beim ersten Tierarztbesuch noch gar nicht explizit in der Akte stand.
Versicherer bewerten Vorerkrankungen immer auf der strengen Grundlage der vollständigen tierärztlichen Patientenakte. Deshalb ist es so extrem wichtig, dass Sie Ihr Haustier versichern, solange es noch jung und völlig gesund ist. So stellen Sie sicher, dass absolut keine frühen Symptome in der Krankenakte dokumentiert sind, die später zu einem teuren Leistungsausschluss führen könnten.
Damit Sie bei der Auswahl Ihres Tarifs einen klaren Überblick haben, fassen wir die wichtigsten Unterscheidungen für österreichische Policen übersichtlich zusammen.
Erbkrankheiten, die erst nach dem Vertragsbeginn und nach dem Ablauf der Wartezeit entstehen, sind in Vollschutztarifen abgedeckt. Das schließt rassespezifische Leiden vollumfänglich ein, die Ihr Tier beim Abschluss der Police noch nicht entwickelt hatte. Auch die fortlaufende, lebenslange medikamentöse Behandlung dieser genetischen Krankheiten sichern Premium-Tarife zuverlässig ab. Dies gilt auch für teure physiotherapeutische Maßnahmen, sofern diese medizinisch notwendig sind.
Krankheiten, die bereits vor dem Start der Versicherung diagnostiziert wurden oder sich durch erste klinische Symptome gezeigt haben, sind ausgeschlossen. Gleiches gilt für Leiden, die innerhalb der anfänglichen Wartezeit auftreten. Zudem müssen Sie stets die Allgemeinen Versicherungsbedingungen Ihres Anbieters prüfen. Einige sehr günstige Basis-Tarife oder reine OP-Schutz-Policen schließen bekannte Erbkrankheiten oder spezielle Rassedispositionen komplett aus, um die monatlichen Beiträge niedrig zu halten.
Bestimmte Rassen sind für ganz spezifische Erbkrankheiten bekannt. Tierärzte behandeln diese Beschwerden im Praxisalltag sehr häufig. Hier finden Sie einen Überblick über die am stärksten betroffenen Rassen und ihre typischen Krankheitsbilder.
Labradore, Golden Retriever und Deutsche Schäferhunde leiden überdurchschnittlich oft an schwerer Hüft- und Ellbogendysplasie (HD/ED). Diese genetischen Gelenkfehlbildungen erfordern oft teure orthopädische Operationen und eine lebenslange Schmerztherapie. Cavalier King Charles Spaniel sind extrem anfällig für Mitralklappen-Endokardiose, eine lebensbedrohliche Herzkrankheit. Zudem leiden sie oft an Syringomyelie, einer extrem schmerzhaften neurologischen Erkrankung des Rückenmarks.
Französische Bulldoggen, Möpse und Englische Bulldoggen kämpfen aufgrund ihrer kurzen Schnauzen häufig mit dem Brachyzephalen Atemnotsyndrom (BOAS). Durch die zuchtbedingte Verkürzung des Schädels bekommen diese Tiere chronisch schlecht Luft. Sie benötigen oft aufwendige chirurgische Eingriffe an Gaumensegel und Nasenlöchern, um überhaupt ein normales Leben führen zu können. Border Collies und Cocker Spaniel neigen zur Progressiven Retinaatrophie (PRA), die unweigerlich zur Erblindung führt. Dackel erleiden aufgrund ihres langen Rückens sehr oft schwere Bandscheibenvorfälle.
Maine Coons, Ragdolls und Britisch Kurzhaar erkranken sehr häufig an der Hyperotrophen Kardiomyopathie (HCM). Diese gefährliche Verdickung des Herzmuskels erfordert eine lebenslange kardiologische Überwachung. Perserkatzen und verwandte Rassen leiden überdurchschnittlich oft an der Polyzystischen Nierenerkrankung (PKD), die unbehandelt zu einem unheilbaren Nierenversagen führt.
Burma- und Siamkatzen können vom sogenannten Flachbrust-Syndrom betroffen sein. Perser und Exotic Shorthair haben, ähnlich wie kurznasige Hunde, massive Atemwegsprobleme und Augenentzündungen aufgrund ihrer extrem flachen Gesichtsanatomie.
Wenn Sie planen, ein reinrassiges Tier bei einem österreichischen Züchter zu erwerben, informieren Sie sich vorab extrem gründlich. Fragen Sie den Züchter, der idealerweise dem Österreichischen Kynologenverband (ÖKV) angehört, explizit nach den Ergebnissen der gesundheitlichen Vorsorgeuntersuchungen der Elterntiere. Ein seriöser Züchter wird Ihnen diese Dokumente bereitwillig zeigen.
In Österreich wird das Thema Erbkrankheiten zunehmend rechtlich und gesellschaftlich diskutiert. Der Begriff der sogenannten „Qualzucht“ rückt immer stärker in den Fokus von Tierärzten, Tierschützern und der Politik. Gemäß § 5 des österreichischen Tierschutzgesetzes ist die Zucht von Tieren verboten, wenn vorhersehbar ist, dass sie oder ihre Nachkommen dadurch Schmerzen, Leiden, Schäden oder schwere Angst erfahren.
Trotz dieser strengen gesetzlichen Regelungen sind stark übertypisierte Rassen wie der Mops oder die Französische Bulldogge in Österreich nach wie vor extrem beliebt. Viele Tiere werden aus dem Ausland importiert und leiden schwer unter ihren genetischen Defekten.
Genau aus diesem Grund achten österreichische Versicherer mittlerweile sehr genau darauf, welche Rassen sie zu welchen Konditionen versichern. Einige Anbieter schließen bestimmte Rassen mit extremen zuchtbedingten Einschränkungen mittlerweile aus manchen Tarifen aus oder verlangen sehr hohe Risikozuschläge auf die monatliche Prämie. Lesen Sie deshalb vor Vertragsabschluss das Kleingedruckte in den Bedingungen besonders genau durch.
Je früher Sie einen umfassenden Versicherungsschutz abschließen, desto größer ist Ihre finanzielle Sicherheit. Das Prinzip ist denkbar einfach und logisch. Ein Welpe oder ein Kätzchen, das in sehr jungen Jahren versichert wird, genießt den weitreichendsten Schutz, den der Markt bietet.
Zu diesem frühen Zeitpunkt sind im Leben des Tieres in der Regel noch keinerlei gesundheitliche Probleme aufgetreten. Wenn das Tier dann im Laufe der Jahre eine erbliche oder chronische Krankheit entwickelt, übernimmt die Versicherung die hohen Kosten anstandslos. Das Leiden entstand schließlich erst weit nach dem offiziellen Vertragsbeginn und gilt somit als vollumfänglich versichert.
Warten Sie hingegen mit dem Abschluss einer Police, bis Ihr Haustier etwas älter ist oder bereits erste Symptome aufweist, werden exakt diese Beschwerden zu nicht versicherbaren Vorerkrankungen. Sie müssen dann alle anfallenden Behandlungskosten aus eigener Tasche bezahlen.
Die tiermedizinischen Kosten an Einrichtungen wie der Vetmeduni Wien oder in spezialisierten Tierkliniken sind in den letzten Jahren stark gestiegen. Eine Untersuchung mittels MRT kostet heute schnell über 800 Euro. Kommt dann noch ein chirurgischer Eingriff hinzu, beläuft sich die Gesamtrechnung rasch auf 2.000 bis 4.000 Euro. Das lebenslange Management einer genetischen Herzerkrankung verschlingt über die Jahre ebenfalls Tausende von Euro.
Es ist zudem extrem wichtig, dass Sie Ihre einmal abgeschlossene Police aktiv halten. Wenn Sie einen bestehenden Versicherungsvertrag kündigen und später einen neuen Anbieter wählen, bewertet der neue Versicherer die Gesundheitsakte Ihres Tieres komplett neu. Alle Krankheiten, die Ihr Tier während der Laufzeit der alten Versicherung entwickelt hat, gelten beim neuen Anbieter dann sofort als Vorerkrankungen. Sie verlieren durch einen Wechsel somit den wertvollen Versicherungsschutz für bereits bestehende Leiden.
Sehr gute Tierversicherungen auf dem österreichischen Markt schließen Erbkrankheiten in ihren Premium-Tarifen standardmäßig mit ein. Der Schlüssel zum Erfolg liegt darin, den Versicherungsschutz so früh wie möglich zu aktivieren, solange Ihr Tier noch kerngesund ist. Schützen Sie sich und Ihr geliebtes Haustier vorausschauend vor unkalkulierbaren finanziellen Belastungen und sichern Sie sich die bestmögliche tiermedizinische Versorgung für die Zukunft. Vergleichen Sie noch heute verschiedene Angebote und finden Sie den perfekten Tarif für Ihren vierbeinigen Begleiter.
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